Bei Reisen in China ist ist der Tourist wegen der Größe
des Landes auf die unterschiedlichen Verkehrsmittel angewiesen. Dabei sind die
Hauptverkehrsmittel Bahnen und Busse. Diese sind zuverlässig und preisgünstig,
wobei Sprachkenntnisse in Chinesisch fast notwendig sind. Autos sind nachwievor
Statussymbole der Mittelschicht und oberhalb. Der Straßenverkehr in China ist
für Europäer gewöhnungsbedürftig.
Fast alle Provinzstädte sind an ein ausgedehntes, bald 80.000 km langes, aber bisher noch völlig überlastetes Schienennetz angeschlossen. Viele Strecken sind leider nur teilweise elektrifiziert. Andere werden mit Hochdruck zu Hochgeschwindigkeitsstrecken ausgebaut. Für den Flugverkehr ist die Civil Aviation Administration of China (CAAC) zuständig.
Abteilklassen
Es gibt in der Regel vier verschiedene
Abteilklassen. In den neuen Zügen, gibt es bis zu drei unterschiedliche
Sitzklassen: Business, erste und zweite Klasse.
Fahrpreise
Außer nach der Klasse des Abteils richten
sich die Ticketpreise nach Geschwindigkeit und Ausstattung des Zuges. Je
niedriger die Zugnummer, desto schneller der Zug. Es gibt Eil-, Express- und
Superexpresszüge, die sich vor allem in der Anzahl der Haltebahnhöfe und im
gebotenen Komfort unterscheiden. Superexpresszüge halten nur an wenigen
Stationen. Die teureren Komfort-Züge erkennt man einem der Zugnummer
vorangestellten „D“, „Z“, „N“, „T“ oder „K“. Die mit einem „D“ gekennzeichneten
Züge sind Hochgeschwindigkeitszüge und kosten entsprechend viel. Für diese mit
einem Buchstaben gekennzeichneten Züge bekommt man relativ problemlos und auch
kurzfristig Tickets. An vielen Bahnhöfen zahlt man einen Aufschlag von 1-2 Yuan,
falls es eine klimatisierte Wartehalle gibt.
Fahrplan
Die Züge verkehren in China sehr pünktlich.
Einen chinesischen Zugfahrplan bekommt man an den Buchkiosken der großen
Bahnhöfe und in den großen Buchhandlungen. Die bei den jeweiligen Orten unter
„Weiterreise“ angegebenen Zugnummern gestatten auch dem Sprachunkundigen die
Benutzung dieses Fahrplans. Im Vorspann des Kursbuches kann man anhand der
Zugnummer die Seite mit den Abfahrtszeiten herausfinden. Wer ein wenig im
Vergleich von Schriftzeichen geübt ist, wird dann schnell seinen Zielort und die
Ankunftszeit finden.
Ticketkauf
Beim Kauf von Bahnfahrkaten sind gute
Chinesisch-Kenntnisse sehr vorteilhaft.Kaum jemand spricht Englisch, alle Ziele
sind auf Chinesisch angegeben, die Bahnhöfe sind oft riesengroß und überfüllt.
In jedem Fall muss man wie alle anderen mitdrängeln, um überhaupt zum Schalter
zu gelangen. In vielen Städten hat sich die Situation jedoch dank des landesweit
eingeführten computerisierten Buchungssystems und vor allem dank neu gebauter,
effizienterer Bahnhöfe deutlich verbessert.
Das Straßennetz wurde in den letzten Jahren stark ausgebaut. China hat in den letzten Jahren den Ausbau eines ausgedehnten Autobahnnetzes vorangetrieben, das das Reisen in allen Landesteilen Chinas inzwischen ungemein beschleunigt und erleichtert. Insgesamt sind die Straßen allerdings nicht mit europäischen Maßstäben zu messen. Mit Bussen gelangt der Tourist in alle Winkel des Landes.
Überlandbusse
Überlandbusse sind in großen Teilen
Chinas das einzige Verkehrsmittel und auf langen Strecken oft das billigste.
Auch der Fahrkartenkauf ist sehr viel einfacher als bei der Bahn, denn die
Busbahnhöfe sind selten so belebt wie die Bahnhöfe, und man bekommt immer einen
Sitzplatz. Überlandbusse haben nummerierte Plätze. Gibt es zu einem Ziel nur
wenige Busse am Tag, so ist es sinnvoll das Ticket schon am Vortag zu kaufen.
Für die Intercityverbindungen mit Luxusbussen bekommt man aber fast immer auch
sehr kurzfristig Tickets, da diese Strecken mit sehr hoher Taktfrequenz bedient
werden. Für den Ticketkauf ist es ebenfalls sinnvoll, sich Datum, gewünschte
Abfahrtszeit, Zielort und Anzahl der Personen auf Chinesisch aufschreiben zu
lassen . Wie auf den Bahnhöfen werden die Abfahrtszeiten auf großen Tafeln
Nahverkehr mit Bussen in der Stadt
Stadtbusse sind
stets hoffnungslos überfüllt. An den Anfangshaltestellen beginnt ein Wettlauf um
die wenigen Sitzplätze, wenn der Bus kommt. Da lernt man drängeln! Der Fahrpreis
richtet sich nach der Entfernung und beträgt nur wenige Jiao oder Yuan. In den
neuen klimatisierten Bussen werden keine Schaffner mehr eingesetzt. Man muss das
Geld dann passend in einen Schacht beim Fahrer werfen – wie viel, steht in
der Regel vorne an der Windschutzscheibe.
Die Flugstrecken werden von der staatlichen Fluggesellschaft Air China und von etwa 42 weiteren regionalen Gesellschaften (v.a. Yunnan Airlines, China Eastern Airlines, Shanghai Airlines) bedient. Die Buchungen erfolgen über die örtlichen Vertretungen der Fluggesellschaften, Hotels und Reisebüros. Die chinesischen Airlines verfügen mittlerweile über eine der modernsten Flugzeugflotten der Welt. Das trifft insbesondere auf die Flugzeuge der Air China zu. Genauso gut sind Fluggesellschaften wie China Eastern und China Southern, die auf vielen internationalen Routen verkehren. Insgesamt hat sich die Flugsicherheit in China in den letzten Jahren stark verbessert.
Flugpreise
Die Flugpreise sind in der Regel hoch, da auf vielen
Strecken noch keine ausreichende Konkurrenz herrscht und das Sitzplatzangebot
knapp ist. Die Inlandsflüge kosten bei allen Verkaufsstellen dasselbe. Eine
Ausnahme bilden stark frequentierte Strecken wie die von Beijing bzw. Shanghai
nach Guangzhou oder Shanghai – Beijing. Hier gibt es mittlerweile eine starke
Konkurrenz und durchaus starke Preisschwankungen. Wer einen internationalen Flug
buchen möchte, sollte die Preise in jedem Falle vergleichen. Sie schwanken von
Büro zu Büro ganz erheblich.
In den meisten Städten des Landes fahren Tausende von Taxis herum. Man kann die meist gelben oder roten Wagen entweder auf der Straße anhalten oder an den Hotels, Bahnhöfen oder zentralen Punkten eines Ortes aufsuchen. Grundsätzlich sind die Fahrer verpflichtet, den Taxameter einzuschalten, und sie tun das meist auch anstandslos. Wenn sie handeln wollen, kommt man meistens schlechter weg. Dann sollte man besser ein anderes Taxi anhalten.
Ist man als normaler Tourist in China unterwegs, wird man keine Genehmigung zum Autofahren erhalten. In den Städten macht es wegen des chaotischen Verkehrs und der überaus mangelhaften Beschilderung sowieso keinen Sinn, Auto zu fahren. Wer eine sehr gut gefüllte Brieftasche hat, kann mit seinem Auto nach China einreisen und dort auch fahren, braucht aber für die gesamte Zeit einen Führer. Alle notwendigen Papiere dafür müssen allerdings schon zu Hause beantragt werden.
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