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Die chinesische Sprache

Chinesisch ist eine der ältesten Sprachen der Welt und wohl die meistgesprochene Sprache überhaupt. Die Sprache teilt sich in eine Vielzahl von Dialekten, wird Chinesisch nicht nur von rund einer Milliarde Chinesen in China und Taiwan gesprochen, sondern auch von den vielen Millionen Auslands- und Überseechinesen.


Geschichte

Zur Zeit der Mongolenherrschaft in China im 13. Jh. wurde der nördliche Dialekt unter dem Namen Guanhua (Mandarin) zur Amts- und Literatensprache des ganzen Reiches, da viele der Dialekte von Chinesen jeweils anderer Regionen nur schwer oder gar nicht verstanden wurden. Seit der Schriftreform des ersten Kaisers von China, Qin Shi Huangdi, hatte sich auch die Schriftsprache (Wenyan) weiterentwickelt und war mittlerweile von der gesprochenen Sprache so weit entfernt, dass sie nur noch den gebildeten Literaten und Beamten zugänglich war. Seit der Yuan-Zeit entwickelte sich dann die umgangssprachlich orientierte Schrift Baihua, in der viele der klassischen Novellen oder Theaterstücke geschrieben worden sind. Am Anfang des 20. Jh. wurden erneut Versuche unternommen, das Mandarin unter dem Namen Guoyu (Nationalsprache) in ganz China zu verbreiten, allerdings mit wenig Erfolg. Das klassische Schriftchinesisch wurde erst 1919 aufgegeben und machte nun in allen Bereichen der Baihua
Platz, die von allen Chinesen unabhängig vom Dialekt verstanden wird.


Hochchinesisch

Chinesisch lernenKonsequent verbreitet wurde ein einheitliches Hochchinesisch in China erst unter den Kommunisten seit 1949. Unter dem Namen Putonghua (Allgemeinsprache) wurde der nördliche Dialekt, Mandarin, dessen
Aussprache auf dem Beijinger Dialekt beruht, über Schulen, Medien, Theater usw. verbreitet. Wenn heute auch nicht jeder Chinese Putonghua spricht, so wird es doch mittlerweile fast überall verstanden. Ist schon die Verbreitung einer einheitlichen chinesischen Hochsprache kein leichtes Unterfangen, so ist die Alphabetisierung der Bevölkerung umso schwieriger. Parallel zum sonstigen Schulpensum lernen chinesische Schulkinder über viele Jahre hinweg 3000-4000 Schriftzeichen, die sie nicht nur erkennen, sondern auch reproduzieren müssen. Vor allem auf dem Land, wo viele Kinder die Schule frühzeitig verlassen, ist die Analphabetenrate sehr hoch. Daran konnte auch eine umfangreiche Schriftreform, die sich teilweise in drastischen Vereinfachungen von komplizierten Schriftzeichen auswirkte, nichts ändern. Nach wie vor muss zu jedem Zeichen die entsprechende Bedeutung erlernt werden.



Um ein einheitliches Lernen zu gewährleisten, wurde 1958 das lateinische Umschriftsystem Hanyu Pinyin Fang’an eingeführt. Damit sollte gleichzeitig die Verbreitung des Hochchinesischen unterstützt werden. Ersetzen kann es das Schriftzeichensystem
nicht. Die chinesische Sprache besteht nur aus knapp 420 ausspracheverschiedenen Silben, wobei jeder
Silbe eine Wortbedeutung zukommt. Durch die vier Töne, die das Putonghua kennt, erhöht sich die Zahl der akustisch unterscheidbaren Silben auf etwa 1350. So enthält jede Silbe durch die unterschiedlichen Tonhöhen eine ganze Reihe von verschiedenen Bedeutungen, die in der lateinischen Umschrift gar nicht erkennbar sind. Um die Tonhöhe dennoch zu kennzeichnen, verwendet man zusätzlich Akzente über den Vokalen.

 

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