Die Altstadt von Shanghai

Das historische Zentrum der Weltstadt Shanghai ist von prunkvollen Bauten der europäischen Kolonialzeit geprägt. Wer in Shanghai historische chinesische Gebäude sucht ist am falschen Platz. Durch die westlich geprägte Geschichte der Stadt im Jangtse-Delta wurde häufig europäisch gebaut und das chinesische häufig abgerissen.

Vom Platz des Volkes zum Bund

Das Zentrum von Shanghai markiert der Platz des Volkes (Rénmín Guângchâng) mit dem Volkspark. An dieser Stelle befand sich zur Jahrhundertwende eine Pferderennbahn. Heute steht dort das Rathaus und die 1998 eröffnete Oper von Shanghai. Neben dem Rathaus steht das städtische Planungs- und Ausstellungzentrum in dem ein großes Modell von Shanghai bis zur Weltausstellung 2010 untergebracht ist. Ebenfalls auf dem Platz befindet sich das Shanghai Museum mit einer umfassenden Sammlung chinesischer Bronzen, Porzellan, Töpferware, Tonfiguren, Skulpturen und Keramiken. Das Museum bietet einen exzellenten Einblick in die chinesische Kunstgeschichte und zeigt dafür mit die schönsten noch existierenden Stück.

An den Platz des Volkes und den Volkspark schließt sich die Nanjing Road als größte und längste Geschäftsstraße der Stadt an. Am anderen Ende dieser langen Fußgängerzone gelangt man an den Huang Pu. Die Internationalität von Shanghai spiegelt sich seit fast 150 Jahren in den Gebäuden der Stadt wieder. Der Uferboulevard Bund wird durch rund 20 historische Gebäude der Jahre 1910 bis 1935 geprägt. Dazu zählen z. B. das Gebäude der Shanghai Pudong Development Bank, das Seezollamt, die ehemalige britische Botschaft und das Astor House Hotel. Mehr Informationen zum Bund gibt es hier.



Statue im Jadebuddha-Tempel
Statue im Jadebuddha-Tempel

Die alte "Chinesenstadt" im Süden von Shanghai

Über die letzten Jahre sind die "Longtong", verschlungene schmale Gassen aus der Stadt verschwunden. Sie haben neuen Wohn- und Geschäftshochhäusern Platz gemacht. Bereits in den 1950er Jahren wurden die beengten und hygienisch unzureichenden Häuser der Einwohner abgerissen. Die neuen Blockbauten boten sicherlich bessere Zustände, rißen jedoch gewachsene soziale Beziehungen auseinander. Der Mensch wurde im kommunistischen China noch anonymer. Die Baupolitik in China, und auch in Shanghai, orientiert sich noch immer an Mao Zedongs Ausspruch: "Auf einem weißen Stück Papier malt man am schönsten."

Die zwei Hektar große Anlage des Yu-Garten aus der Ming-Zeit (1368-1644) nordöstlich des Altstadtbasars gehört zu den berühmtesten Gärten Chinas. Vor dem Eingang befindet sich mitten in einem Goldfischteich das Teehaus im Herzen des Sees (Hu Xin Ting Chaguan). Der Tempel der Stadtgötter aus der Song-Periode (960-1279) befindet sich neben dem Nordtor. Hier feierten einst Mandarine und Grundherren ihre Andacht vor der Statue der Shanghaier Stadtgötzen. Der angrenzende Park der Purpurnen Herbstwolken (Qiu Xia Pu) mit Seen und Pavillons wurde während der Ming-Zeit angelegt.

Der Jadebuddha-Tempel (Yùfó Sì) verdankt seinen Namen zwei Statuen des Buddha Sakyamuni, die jeweils aus einem einzigen Stück Jade gearbeitet worden sind. Der Mönch Huigen brachte die Statuen im 1881 von einer Reise nach Burma mit. Im oberen Geschoss der Wen-Halle kann man den 1,90 Meter hohen und 1 Tonne schweren sitzenden Buddha und in der Wofo Tang den 96 Zentimeter langen, ins Nirvana eingehenden schlafenden Buddha betrachten.



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