Die große historische Prachtstraße von Shanghai

Der Bund ist Shanghais Uferpromenade zwischen dem Fluss Huangpu und der Altstadt. Die europäischen Kolonialherren legten die 1,5 Kilometer lange Straße zum Flanieren, sehen und gesehen werden an. Das ist heute wieder möglich, nachdem China - oder zumindest die Großstädte - in der Moderne angekommen sind. Besonders wird die Promenade von großen Häusern im Stil des Art déco geprägt und zeigt damit ihre enge Beziehung zu ihren europäischen Wurzeln.

 

Im Zuge der Weltausstellung 2010 wurde der Bund auf 2,6 Kilometer verlängert. Wie an einer Perlschnur reihen sich historische Gebäude aus den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts aneinander. Shanghai verfügte bereits vor rund 80 Jahren über eine Skyline. Die Höhe der Gebäude erklärt sich durch die damals stark gestiegenen Grundstückspreise in dieser Prestigelage. Somit lohnte es sich mehr hohe Gebäude zu bauen, als in die Breite zu gehen. Der Name Bund stammt übrigens aus der Hindu-Sprache und bezeichnet einen Kai.

Das Luxushotel Peace Hotel wurde wurde 2010 nach dreijähriger Renovierung eröffnet. Neben den Möglichkeiten zur Übernachtung in 269 Zimmern gibt es dort auch ein eigenes kleines Museum zur Hotelgeschichte, sowie geführte Besichtigungen durch das Anwesen.

Bei der Hausnummer 20 ist das Sassoon House, das vom britischen Kaufmann Sir Victor Sassoon in Auftrag gegeben wurde. Er wurde im Fernost-Handel und mit Immobilien steinreich. Das im Art déco-Stil errichtetet Gebäude hat den Grundriss eines A und zeigt mit der Spitze zum Fluss hin. Es beherbergt das Luxushotel Cathay mit 270 Zimmern, einem Spa mit Blick auf den Huangpu und mehrere Restaurants. Im Keller befindet sich ein Jazzclub namens Jazz Bar, der im englischen Landhaus-Stil eingerichtet ist. Weitere empfehlenswerte Bars sind die Glamour Bar (Hausnr. 5) und die Bar Rouge (Hausnr. 18).



Das HSBC Building mit der Hausnummer 12 erinnert noch heute an die Wurzeln einer der weltgrößten Banken: die Hongkong and Shanghai Banking Corporation. Heute ist dort die Shanghai Pudong Development Bank untergebracht. Am Eingang stehen zwei steinerne Löwen und im anschließenden Kuppelraum sind Mosaike mit Weltstädten zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu sehen. Darauf folgt die Schalterhalle, die teilweise noch so aussieht als wäre die Zeit stehen geblieben. Nächster Nachbar ist das Customs House, also das frühere Zollgebäude. Es wurde 1927 fertig gestellt und ist mit dem Uhrturm dem Big Ben in London nachempfunden.

Mit den historischen Bauwerken im Hintergrund blickt der Besucher über den Huangpu hinweg auf Pudong mit seinen Hochhäusern. Das frühere Schwemmland und Arme Leute-Viertel wurde ab Ende der 1980er Jahre zunehmend zum neuen Geschäftsviertel von Shanghai. Grund dafür war die Ausweisung der dortigen Sonderwirtschaftszone unter Deng Xiaoping. Nahe am Ufer steht der Oriental Pearl Tower mit 468 Metern und weiter hinten das Shanghai World Financial Center mit 492 Metern und seiner charakteristischen Öffnung and der Spitze. Mehr Informationen zum Stadtteil Pudong lesen Sie hier.

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