Die chinesische Provinz Guizhou (Abkürzung:
Quian oder Gui) liegt im östlichen Yungui-Plateau im Südwesten
von China. Es ist ein wichtiger Verkehrsweg und Knotenpunkt zwischen
den Seehäfen an der Küste und den Provinzen Yunnan und Sichuan.
Mit einer Fläche von 176.100 Quadratkilometern ist Guizhou etwa
halb so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Von allen 33
Provinzen in China nimmt es dabei Position 16 ein. Mit der Einwohnerzahl
von 39 Millionen Menschen ist es auf Position 17. Mit ca. 39% ist
der Anteil von Minderheiten an der Bevölkerung für China
sehr hoch.
Städte
und Verwaltungseinheiten
Hauptstadt von Guizhou ist die Stadt
Guiyang mit ca. 3,5 Millionen Einwohnern. Sie ist neben Anshun
(230.000 E.), Liupanshui (260.000 E.)und Zunyi (500.000 E.) eine von
vier bezirksfreien Städten. Hinzu kommen die drei autonomen Gebiete
Qiandongnan, Qiannan, Qianxinan, die zwei Regierungsbezirke Bijie
und Tongren, neun Kreisstädte und 79 Kreise (Bezirke und Sonderzonen).
Minderheiten wie Miao, Buyi, Yi, Yao besitzen in den autonomen Gebieten
teilweise Eigenverwaltungsrechte. Die lokalen Sitten und Bräuche
dieser Minderheiten werden von der Provinzregierung gefördert
um soziale Probleme dieser gegenüber der Han-Mehrheit wirtschaftlich
benachteiligten Gruppen abzumildern und zugleich die touristische
Attraktivität von Guizhou zu steigern. Farbiges Guizhou
ist wegen der Vielfalt der Einwohner und der Natur ein beliebter Slogan
der Regierungsbehörden.
Klima, Vegetation und Natur in Guizhou
Subtropisches
und feuchtes Monsunklima herrscht in Guizhou. Der Winter ist mild
und der Sommer ist, auch auf Grund der Höhenlage, nicht heiß.
Die Provinz ist eine der regenreichsten der Volksrepublik China. Dadurch
entstanden große subropische Waldgebiete in der ganzen Region
(39% der Fläche) und bilden ein wichtiges Wasserrückhaltgebiet
für die Öberläufe von Yangtse und Perlfluss. Das humide
Klima läßt die im Wasser gebundene Kohlensäure die
Kalksteine aufllösen. Dadurch hat sich in ca. 62% von Guizhou
eine formenreiche Karstlandschaft gebildet und teilweise bizarre Landschaften
gebildet. Momentan gibt es acht Landschaftszonen mit staatlicher Anerkennung:
Huangguoshu-Wasserfall,
Zhijin-Höhle, Drachenpalast, Wuyang-Fluss, Chishui-Fluss, Hongfeng-See,
Libo-Zhang-Fluss und Malinghe-Tal. Davon gehört der Libo Zhang-Fluss
zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Wirtschaft und Einkommen
Guizhou
gehört zu den ärmeren Provinzen des Landes. Hervorzuheben
ist der Reichtum an Rohstoffen, v. a. Bauxit, Quecksilber und Kohle.
Dadurch ist die rohstoffverarbeitende Industrie mit ihren Hütten
und Fabriken der wichtigste Wirtschaftszweig. Daneben hat in dem landwirtschaftlich
geprägten Gebiet die Erzeugung von Lebensmitteln die zweithöchste
Bedeutung. Das Bruttoinlandsprodukt von Guizhou war 2006 bei 226,74
Milliarden Yuan und somit gegenüber dem Vorjahr um 11,5% gestiegen.
Das durchschnittliche Einkommen von Bauern war 1985 Yuan pro Person,
gegenüber 2005 eine Steigerung um 4,7%. Dem gegenüber stieg
das durchschnittliche Einkommen von Stadtbewohnern um 10,1% pro Kopf
auf 9117 Yuan.