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Verbotene Stadt in Beijing

Wer Peking bzw. Beijing hört denkt unmittelbar an die Verbotene Stadt. Der Palast der Kaiser von China ist eines der bedeutendsten Bauwerke und Sehenswürdigkeit der Menschheit. Auf der Fläche von 72 Hektar bietet sich ein Ensemble klassischer chinesischer Architektur, das immer schon mehr war als der Regierungs- und Wohnsitz der jeweiligen Kaiser. Das weitläufige UNESCO-Weltkulturerbe ist mit seinen klassisch chinesischen Bauten und Anlage das ruhende Zentrum einer zunehmend westlich und hektisch geprägten Metropole.

 

Die Verbotene Stadt und ihre Geschichte

Die Verbotene Stadt in Beijing wurde zwischen 1407 und 1420 auf Befehl des Ming-Kaisers Yongle fertig gestellt. Nach dem Bezug durch den Kaiser von China hatte dieser Kaiserpalast während der Herrschaft von 24 Kaisern die Bedeutung als deren zentraler Regierungssitz und Wohnstätte. Bis zur Revolution 1911 wurde China von dort aus durch die Kaiser der Dynastien Ming und Qing. regiert. Der einfachen Bevölkerung war der Zutritt verwehrt – was den Namen Verbotene Stadt erklärt. Die Zugänge durch das Mittagstor (Wumen) im Süden oder das Shen-Wu-Tor im Norden wurden streng kontrolliert. Bewohnt wurde die Anlage, die von einem 50 Meter breiten Wassergraben und einer zehn Meter hohen Mauer umgeben ist, von der Kaiserfamilie, den kaiserlichen Konkubinen und 15.000 weiteren Menschen. Diese waren neben hohen Hofbeamten, überwiegend Bedienstete und Eunuchen.

Nach der Revolution von 1911 dankte der letzte Kaiser, Pu Yi, ab. Er lebte nach seiner Abdankung mit seiner Familie noch bis 1924 in der Verbotenen Stadt. Seitdem ist der Kaiserpalast nicht mehr verboten, sondern steht der Allgemeinheit zum Besuch offen. Die Öffnungszeiten sind täglich 8:30-16:30 Uhr im November bis März und täglich 8:30-17:00 Uhr im April bis Oktober. Eintritt wird bis eine Stunde vor Ende der Besichtigungszeit gewährt. Führungen durch die Verbotene Stadt sind bei jedem Reiseanbieter erhältlich und Audiotouren auf Englisch sind an der Kasse erhältlich.




Der Kaiserpalast von Beijing in seinem Aufbau

Die Verbotene Stadt galt als Spiegelbild der im Kosmos waltenden Ordnung. Alle Gebäude richten sich an der Nord-Süd-Achse (und ihren östlichen und westlichen Parallelen) aus, die weit über den Kaiserpalast hinaus am Südtor, dem Tor der Immerwährenden Regelung , beginnt und im Norden am Trommel- und Glockenturm endet. Ein annähernd schachbrettartiger Grundriss – ausgerichtet an der Nord-Süd-Achse – und die Verbotene Stadt als Machtsymbol des Kaisers in der Mitte. In ihr befanden sich unter anderem die Paläste der Herrscher. Die Dächer waren teilweise vergoldet und alles war in Gelb, der Farbe des chinesischen Kaisers, gestrichen. Kein Gebäude in Beijing durfte damals die Verbotene Stadt überragen.

Innenhof im chinesischen KaiserpalastDer Besucher betritt den Kaiserpalast durch das acht Meter hohe Mittagstor oder Fünf-Phönix-Tor (Wumen), das 1420 erbaut wurde. Von Süd nach Nord gliedert sich die Verbotene Stadt in zwei Abschnitte: den Außenhof und die Inneren Gemächer. Auf dem Gelände, das fast doppelt so groß ist wie der Vatikanstaat, befinden sich 890 Paläste mit 9.999 Räumen bzw. Raumeinheiten. Nach der chinesischen Legende durfte nur der Himmel einen Palast mit 10.000 Räumen besitzen, daher mussten sich die „Söhne des Himmels“ mit 9.999 und einem halben begnügen. Geschnitzte Marmorbalustraden und glasierte Dachziegel zeugen von hohem kunsthandwerklichen Standard. Die Mauer der Verbotenen Stadt ist 10 Meter hoch und 3428 Meter lang sowie von einem 3800 Meter langen, 52 Meter breiten und 6 Meter tiefen mit Wasser gefüllten Graben umgeben. In jeder Himmelsrichtung befindet sich jeweils ein großes Tor mit einem Turm und an den vier Mauerecken steht jeweils ein Eckturm. Der Haupteingang ist das „Mittagstor“ (Wumen) oder auch „Fünf-Phönix-Tor“.

 

Der Außenhof im Kaiserpalast von Beijing

Der Außenhof war für die Ministerempfänge und Zeremonien vorgesehen. Hinter dem Mittagstor überschreitet man die Fünf Goldwasserbrücken, Symbole für die fünf Tugenden, und passiert danach das Tor der Höchsten Harmonie (Tai He Men), das den Abschluss des äußeren Hofes bildet und von zwei bronzenen Löwen flankiert wird, die die kaiserliche Machtfülle repräsentieren. Auf dem großen Platz versammelten sich einst die 20.000 Würdenträger und Beamten zum Kotau vor dem Kaiser. Am Ende des Platzes erhebt sich das erste von drei Gebäuden, die das Zentrum des öffentlich-zeremoniellen Bereichs bilden: die 27 Meter hohe und 63 Meter breite Halle der Höchsten Harmonie (Tai He Dian). Sie diente einst als Thronsaal für den Kaiser von China.Das nächste Gebäude ist die Halle der Mittleren Harmonie oder Vollkommenen Harmonie (Zhong He Dian). In dieser Halle überprüfte der Kaiser einmal im Jahr das Saatgetreide, was eine gute Ernte garantieren sollte. Dem folgt die alle zur Erhaltung der Harmonie (Bao He Dian), wo jährlich das Laternenfest zum Abschluss der Neujahrsfeierlichkeiten stattfand.

 

Die Inneren Gemächer der Verbotenen Stadt

Kaiserthron in der Verbotenen StadtDurch das Tor der Himmlischen Reinheit kommt der Besucher in die Inneren Gemächer (Neiting). Zu diesen Räumen hatten nur die Adligen unter den ca. 5000 Palastdamen und die Ranghöchsten der Eunuchen Zutritt. Zum kaiserlichen Geburtstag oder dem Neujahrsfest, durften auch Minister und Gesandte diesen exklusivsten Teil der Verbotenen Stadt betreten. Zunächst gelangt man zum Palast der Himmlischen Reinheit . Er diente bis 1623 als Schlafgemach und danach zum Empfang von Würdenträgern. In der folgenden Halle der Berührung von Himmel und Erde (Jiao Tai Dian) residierten die Ming-Kaiserinnen. In der Qing-Zeit wurden darin die kaiserlichen Siegel aufbewahrt. Der östliche Flügel des Palastes der Irdischen Ruhe (Kun Ning Gong) diente den kaiserlichen Paaren der Qing-Zeit in der Hochzeitsnacht als Schlafgemach. Vorbei an der Halle des Kaiserlichen Friedens und durch den kaiserlichen Garten gelangt man durch das Shen-Wu-Tor in die sich nördlich anschließende Stadtgebiete von Beijing.

 

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