Die Sehenswürdigkeit Chinesische Mauer wird
so nur außerhalb von China bezeichnet. Das Land der Mitte verwendet
selbst den Begriff Große Mauer. Wobei Lange Mauer wohl zutreffender
wäre, denn sie erstreckt sich rund 6.400 Kilometer durch Nordchina.
Es ist eines der beeindruckendsten und größten Bauwerke
der Menschheit. In ihrer heutigen Gestalt entstand sie in der Ming-Dynastie
zwischen dem späten 14. und der Mitte des 16. Jahrhunderts.
Entstehung der Großen Mauer
Vorläufer
des Weltkulturerbes der Großen Mauer sind bereits im dritten
Jahrhundert erkennbar. Damals existierten im heutigen China eine Vielzahl
an Königreichen und Fürstentümern. Die Herrscher sicherten
Ihre Machtbereiche durch Holzpalisaden und Gräben. Nach der Einigung
von China kamen die Bedrohungen vorrangig von den nomadischen Reitervölkern
aus den Steppen Zentralasiens. Die Befestigung der nördlichen
Grenze diente den Kaisern zum Schutz des Staates und der eigenen Herrschaft.
214 v. Chr. ließ der erste chinesische Kaiser, Qin Shihuangdi,
Schutzwälle errichten, die das chinesische Kaiserreich, nach
der Expansion über den Gelben Fluss, gegen die Völker aus
dem Norden, vor allem die Xiongnu, schützen sollte. Unter dem
General Meng Qian errichteten bis ca. eine halbe Million Zwangsarbeiter
und Soldaten zehn Jahre lang eine 5000 Kilometer lange Mauer. Diese
war einWall aus Lehm, Geröll und Holz, der in regelmäßigen
Abständen von hölzernen Wachtürmen unterbrochen wurde.
Im Unterschied zu schon vorhandenen alten Mauerresten wurde die Mauer
nicht in den Tälern, sondern unterhalb der Kammlinie der Gebirge
an den Nordabhängen errichtet.
Ausbau der Chinesischen Mauer
Während der Han- und der Sui-Dynastien wurde die Mauer erweitert,
jedoch verfiel sie in den Jahrzehnten bevor die Mongolen die Yuan-Dynastie
begründeten. Nach der Vertreibung der mongolischen Kaiser durch
die Ming wurde die Mauer erneuert und ausgebaut. Von der Stadt Shanhaiguan
am Gelben Meer über die Bergkäme nördlich von Beijing
bis zum Jiayuguan-Pass in der Provinz Ganu im Nordwesten reicht die
Mauer. Seitdem wurde die Mauer immer wieder aus- und umgebaut, die
heute bekannte Form erhielt sie in der Zeit der Ming-Dynastie, der
letzten großen Ausbauphase.
Die
größte Ausdehnung erreichte die Große Mauer Ende
des 12. Jahrhunderts von Jiayuguan im Westen bis zum Yalu-Fluss im
Osten; der Teil von Shanhaiguan bis zum Yalu-Fluss war aus Lehm und
Holz errichtet worden und ist heute nahezu vollständig verfallen.
Der größte Teil der Mauer wurde jedoch mit Steinplatten
und Ziegelsteinen ummantelt und erhielt die heutige imposante Form.
Die Länge der Mauer bis Shanhaiguan betrug 12.000 Li, etwa 6350
Kilometer. An der Basis war sie durchschnittlich sieben Meter dick,
oben sechs Meter. Ihre Höhe betrug sieben bis neun Meter und
erreichte teilweise sogar sechzehn Meter. Die Pässe baute man
zu Festungen aus und die gesamte Länge der Mauer untergliederte
man in neun Militärkommandanturen, die direkt dem Kaiser unterstellt
waren. Sie hatten die Verteidigungsbereitschaft der Mauerabschnitte
aufrechtzuerhalten. Die Wachtürme wurden nach einem einfachen
Prinzip benachrichtigt, ob Gegner in Sicht sind. Durch ein Feuer auf
dem Turm, an dem eine Sichtung stattfand, konnten benachbarte Wachtürme
informiert werden. Dies wurde durch Sichtabstand der Türme ermöglicht,
welche dann die Warnung durch Feuerzeichen weitergeben konnten.
Die Große Mauer heute und wo man sie besichtigen kann
Mit dem Ende der aus dem Norden jenseits der Mauer kommenden Ming-Dynastie
verlor die Große Mauer endgültig an Bedeutung und verfiel.
Die Steine der Mauer wurden im Laufe der Zeit häufig für
andere Bauten verwendet und das Wetter tat sein übriges. Ab Ende
der 1950er Jahre begann die Rekonstruktion von Teilen der Mauer, insbesondere
in der Nähe von Beijing. Bekannte Besichtigungsorte sind:
Badaling: sehr mit Touristen und Händlern überlaufen.
Linienbusse fahren ab Beijing
Mutianyu: nördlicher, ruhiger und verfügt über
einen Sessellift
Simatai: auch ruhiger als Badaling
Juyongguan: liegt an einem Pass und ist von den Massen her erträglich