Peking bzw. Beijing ist rund acht Jahrhunderte
lang die Hauptstadt von China. Als Machtzentrum des Landes ist seine
Geschichte untrennbar mit der des Riesenreichs verbunden. Zugleich
liegt Beijing am nördlichen Rand des chinesischen Hauptsiedlungsgebiets
entlang des Kaiserkanals. Die Rolle als politisches, kulturelles und
wissenschaftliches Zentrum eines Großreiches hat sich Beijing
über die Jahrhunderte hinweg bewahrt und teilweise ausgebaut.
Die kleinen Anfänge von Peking
Vorgeschichtliche Funde, die als Pekingmensch bekannt
wurden, zeigen die Besiedlung des Gebiets um 16.000 v. Chr. Nahe der
heutigen Marco Polo-Brücke enstand um 1150 v. Chr. die Stadt
Ji, die Hauptstadt eines kleinen Staates namens Yan war. Der erste
Kaiser von China, Qin Shi Huangdi, nahm Ji 221 v. Chr. ein und baute
es zu einer Militärbastion gegen die Nomadenvölker aus dem
Norden aus. Nach dem Ende der Han-Dynastie gehörte die Stadt
zum Königreich Wei und wurde in Youzhou umgetauft. Größere
Bedeutung erlangte die Stadt allerdings erst, als sie für mehr
als vier Jahrhunderte unter den Einfluss verschiedener Nomadenvölker
geriet. Zuerst kam das Volk der Kitan, das ab 917 n. Chr. den Norden
eroberte und die Liao-Dynastie (937-1125) begründete. Als ihre
zweite Hauptstadt ließen sie Youzhou unter dem Namen Nanjing
(Südliche Hauptstadt) zur zweitgrößten Stadt Chinas
ausbauen.
Beijing als Hauptstadt des Kaiserreichs China
1215
wurde es von den Mongolen erobert und war 1271-1368 Hauptstadt der
mongolischen Yuan-Dynastie. Der Name von Peking war damals Daidu oder
(mongolisch) Khanbalyk (von dem dort nach eigenen Angaben 1275 eingetroffenen
Marco Polo als »Kambaluk« wiedergegeben). 1421 wurde es
unter dem Namen Beijing, oder im lokalen Dialekt Peking, (»Nördliche
Hauptstadt«, im Gegensatz zu Nanking, der »Südlichen
Hauptstadt«), Sitz der Ming- und 1644 der Mandschukaiser. Seitdem
wurde Beijing stetig ausgebaut. Ein neuer gewaltiger Kaiserpalast
wurde von 1406 bis 1420 errichtet und in den folgenden Jahrhunderten
kamen unzählige weitere prachtvolle Paläste, Tempel und
Gartenanlagen hinzu. Im 16. Jahrhundert lebten auf einer Fläche
von 62 Quadratkilometern rund 500.000 Menschen. Beijing war damit
die bevölkerungsreichste Stadt der Welt.
Peking in der Neuzeit
Der
zweite Opiumkrieg brachte erstmals nach Jahrhunderten ausländische
Truppen in die chinesische Hauptstadt. Britische und französische
Truppen besetzen 1860 die Stadt und zerstörten u. a. den Alten
Sommerpalast. Im Boxeraufstand 1900 griffen patriotische chinesische
Kämpfer das Gesandschaftsviertel an. Die Belagerten überstanden
die Angriffe bis einige Wochen nach Beginn ein Entstatztrupp aus acht
Kolonialmächten sie befreite. Westlicher Einfluss zeigte sich
u. a. in der Gründung der Universität Peking 1898 und dem
Bau der Eisenbahn ab 1887. Mit Ausnahme von 1927 bis 1949 war Beijing
die Hauptstadt Chinas. Japanische Truppen hielten die Stadt 1937 bis
1945 besetzt. 1949 wurde Peking von der kommunistischen Volksbefreiungsarmee
eingenommen und seitdem Hauptstadt der Volksrepublik China. Am 3./4.
Juni. 1989 wurde auf dem Platz des Himmlischen Friedens eine v. a.
von Studenten getragene Demokratiebewegung durch eine blutige Militäraktion
niedergeschlagen. Die wirtschaftliche Öffnung des Landes ab den
1980ern führt in Beijing zur endgültigen Umgestaltung der
Stadt weg von den traditionellen Gassenvierteln hin zu Wohn- und Bürohochhäusern.
Die Ausrichtung der Olympischen Spiele im Sommer 2008 hat Auswirkungen
auf die Stadt: Zuvor wurden viele Schwermetallbetriebe an den Stadtrand
verbannt, das öffentliche Verkehrsnetz ausgebaut und die öffentlichen
Grünanlagen ausgebaut.